Kurswahl der 10. Klassen - eine richtungsweisende Entscheidung oder sogar mehr als das?!
In der vergangenen Woche fanden die Kurswahlen unserer 10. Klassen statt. Dabei hatten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, nicht nur ihre Basis- und Leistungskurse zu wählen, sondern auch sogenannte Seminarkurse sowie Orchideenfächer.
Die inhaltliche Schwerpunktsetzung durch die Wahl der Kurse ist nicht nur für das Abitur von Bedeutung, sondern kann durchaus auch Auswirkungen auf die berufliche Zukunft haben.
Eine besondere Stellung nimmt in diesem Zusammenhang der Seminarkurs ein. Die Wahl eines Seminarkurses bietet den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, wissenschaftliches Arbeiten zu erlernen. Dabei fördert der Kurs nicht nur die Fähigkeiten im Umgang mit wissenschaftlichen Methoden, sondern auch das kritische Denken und die Selbstständigkeit. Die Schülerinnen und Schüler lernen, eigenständig zu recherchieren, zu analysieren und ihre Ergebnisse strukturiert zu verschriftlichen sowie zu präsentieren.
Das ASG bietet auch in diesem Jahr wieder viele unterschiedliche Seminarkurse an, sodass die Schülerinnen und Schüler hier ganz individuelle Themenschwerpunkte setzen können.
Das geht aber auch anders!
Dem Geschwisterpaar Maria (Jahrgangsstufe 2) und Elisabeth Kopetzki (ehem. Schülerin; Abitur im Jahr 2025) war diese Variante der Seminarkurswahl aber noch zu wenig aufregend. Anstelle des traditionellen Seminarkurses nutzen sie die Gelegenheit, den Besuch des Seminarkurses an der Schule durch die Teilnahme am Wettbewerb „Jugend forscht“ zu ersetzen.
Die Inspiration für ihr „Jugend forscht“-Projekt entstand bereits Jahre im Voraus aus einer alltäglichen Beobachtung heraus. Ihnen fiel auf, dass es nur wenige gewinnbringende sowie kostengünstige digitale Unterstützungssysteme für blinde und sehbehinderte Menschen gibt. Um diesem Mangel entgegenzuwirken, entwickelten sie im Rahmen ihrer Teilnahme am Wettbewerb für kreativen Erfindergeist „Kreative Köpfe “ im Jahr 2022 eine innovative Lösung: die Smartview. Das ist eine Sonnenbrille, die durch technische Ausstattung sowohl Gegenstände als auch Ampelfarben erkennt. Dank eines integrierten Bluetooth-Kopfhörers kann sie blinde Menschen zudem rechtzeitig warnen.
Im darauffolgenden Jahr 2023 verbesserten sie die technische Ausstattung ihrer Smartview weiter. Eine neu entwickelte App wertete die sensorischen Daten der Brille aus und bot damit zusätzliche Unterstützung. Diese Fortschritte ermöglichten es ihnen, erneut erfolgreich an einer weiteren Runde des Wettbewerbs „Kreativen Köpfe“ teilzunehmen.


Preisverleihung des Wettbewerbs „Kreative Köpfe“ im Jahr 2022 und 2023
Nachdem die beiden im Rahmen des Wettbewerbs „Kreative Köpfe“ erste Podiumsluft schnuppern konnten, beschlossen sie, gemeinsam mit ihrem Partnerunternehmen der experimenta in Heilbronn einen Schritt weiterzugehen und ihr Projekt beim Wettbewerb „Jugend forscht“ anzumelden.
Im Jahr 2024 nahmen sie zum ersten Mal erfolgreich am Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ Heilbronn-Franken teil und erreichten in der Kategorie ‚Arbeitswelt‘ den 2. Platz. Im darauffolgenden Jahr 2025 traten sie erneut an, wobei der Fokus auf der technischen Weiterentwicklung ihres Projekts lag. Ihr System wurde um einen Blindenstock ergänzt, da ihre Smartphone-App nun mit einer KI gekoppelt wurde.
Das vorgestellte System integriert einen Mikrocontroller in den Blindenstock, der per Bluetooth mit der Handy-App verbunden ist. Durch einen einfachen Tastendruck konnten nun Bilder, die mit einer Kamera aufgenommen wurden, zusammen mit einem passenden Prompt an einen Server gesendet werden. Die Informationen werden mithilfe einer OpenAI API ausgewertet, an die App zurückübertragen, in Audio umgewandelt und schließlich über Knochenschall-Kopfhörer ausgegeben. So können Betroffene akustische Hinweise zu Hindernissen, Treppen und anderen Gefahren erhalten.



Regionalwettbewerb „Jugend forscht – Heilbronn-Franken“ im Jahr 2024 und 2025
Im Rahmen ihrer Teilnahme am Wettbewerb „Jugend forscht“ haben Maria und Elisabeth nicht nur ihr Smartview-Projekt realisiert, sondern auch eine schriftliche Arbeit eingereicht, welche dann gemeinsam mit einer zusätzlichen mündlichen Prüfung an unserer Schule für die Anrechnung als Seminarkurs genutzt werden konnte. So konnten sie außerschulisches Engagement mit schulischer Leistung verknüpfen.
Wir gratulieren den beiden herzlich zu ihren herausragenden Leistungen bei den Wettbewerben „Kreative Köpfe“ sowie „Jugend forscht“ und im Seminarkurs! Ihr Engagement und ihre Kreativität sind ein inspirierendes Beispiel dafür, wie man das schulische Lernen mit praktischen Erfahrungen verbinden kann.
Wir wünschen euch viel Erfolg für eure berufliche Zukunft!
